Freitag 04.06

Freitag 04.06

Freitag 04.06.

Film inkl. Gast: Sonntag Morgen Linien ziehen

1982 gründeten Freizeitfußballer aus Kassel einen Sportverein. Es sollte einfach nur Fußball gespielt werden, ohne übermäßige Ambitionen, mit einem hoch gesteckten Verständnis von Fairplay und Spaß.

Der Name für diesen Verein war schnell gefunden: Dynamo Windrad Kassel – „ein bisschen links und ein bisschen alternativ“ heißt es in einem Beitrag der Hessischen Rundfunks. Allerdings schob der Hessische Fußballverband dem friedlichen Treiben erst mal einen Riegel vor. Der Name “Dynamo ähnelt zu sehr den Gepflogenheiten der Vereine der DDR und der Ostblockstaaten…”

Es folgten Namensverbot, Gerichtsurteile, Revisionen und ein bundesweites Presseecho anlässlich der nordhessische Provinzposse.

Parallel zum Marsch durch die Instanzen machte sich Dynamo Windrad durch Reisen in die UdSSR, die DDR, nach Cuba und China mit den Gepflogenheiten des Ostblocks vertraut. Neben der Erkundung der kulturellen und sozialen Gepflogenheiten, sowie der Besichtigung touristischer Sehenswürdigkeiten, standen auch immer Fußballspiele gegen die jeweiligen Staatsamateure auf dem Programm. Als guter Gast kehrte Dynamo traditionell mit großartigen Niederlagen im Gepäck nach Kassel zurück.

Mittlerweile darf Dynamo Windrad offiziell am Ligabetrieb teilnehmen. Doch was hat sich noch geändert? An dieser Stelle sollte eigentlich ein Beitrag über die Entstehung der kleinen Fanszene, neue Reisen und anderen Quatsch folgen. Aufgrund der Pandemie konnte etwa die dreiseitige WM in London nicht stattfinden. Dennoch gibt es  Interviews mit alten und neuen Gesichtern, Rückblicke und Ausblicke. Lasst Euch mitnehmen in eine Welt des Paragraphenreitertums, kreativen Protests, der Spielfreude und Absurdität. 

Deutschland 2007/2021

Ort: Marschwegstadion Oldenburg (Marschweg 25, 26122 Oldenburg), VIP Raum

Laufzeit: ca.45 Minuten

Regie: Stefan Willner/Max Winkler

Anpfiff: 17:00 Uhr

Eintritt: 8/6 Euro

Lesung und Diskussion: Machtspieler: Fußball in Propaganda, Krieg und Revolution (Ronny Blaschke)

Ort: Marschwegstadion Oldenburg (Marschweg 25, 26122 Oldenburg), VIP Raum

Anpfiff: 18:30 Uhr

Eintritt: kostenlos

Der Fußball als politisches Instrument. Diktatoren bringen Spieler brutal auf Linie und nutzen Stadien als Militärbasen. Ob einst in Jugoslawien, in der Ukraine und zunehmend in der arabischen Welt: Ultras kämpfen in Revolutionen an vorderster Front und ziehen sogar in den Krieg. Zudem sichern Vereinsinvestoren aus China, Russland und den Golfstaaten ihren Regierungen wirtschaftlichen Einfluss in Europa. Der Journalist Ronny Blaschke hat auf vier Kontinenten recherchiert. Durch das Brennglas Fußball blickt er auf Gesellschaft, Kultur und Religion. Das beliebteste Spiel zwischen Propaganda und Protest.

Ronny Blaschke, geboren 1981 in Rostock, studierte Sport- und Politikwissenschaften in Rostock. Als Journalist und Autor beschäftigt er sich mit politischen Themen im Sport, vor allem für den Deutschlandfunk, die Süddeutsche Zeitung und die Deutsche Welle. Die Recherchen für seine Bücher lässt er in politische Bildung einfließen, in Vorträge, Moderationen und Konferenzen. Zudem entwickelt er Themenreihen wie „Fußball und Menschenrechte“ für das Onlineportal 120minuten. Blaschke wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet.

Der Vortrag wird zusätzlich als Stream im Internet übertragen.

Film inkl. Gäste: Zwischen Himmel und Hölle.

Deutschland 2017

Ort: Marschwegstadion Oldenburg (Marschweg 25, 26122 Oldenburg), Tribüne

Laufzeit: 60 Min.

Regie: Farschid Ali Zahedi

Anpfiff: 20:30 Uhr

Eintritt: 8/6 Euro

Während es dem Großteil der Fußball schauenden Bevölkerung heutzutage wohl vor allem um das gesellschaftliche Mega-Event geht, zeugt diese Aussage von ganz anderen Motiven für den Stadionbesuch. Denn unabhängig davon, dass es seit nunmehr 20 Jahren keinen Profifußball mehr in Oldenburg gibt – der schlafende Riese ist entgegen aller Erwartungen und Hoffnungen noch immer nicht aufgewacht – erfüllen der Fußball und der Verein VfB Oldenburg noch stets eine gesellschaftliche Funktion: Sie sind Sprachrohr für politisch engagierte Fans, die sich für Gleichberechtigung und gegen jedwede Form von Diskriminierung und Rassismus einsetzen. Die aktive Fanszene folgt damit einer Tradition, deren Grundstein in den frühen ’90er-Jahren mit der Einrichtung des Oldenburger Fanprojekts gelegt wurde.

Über zwei Jahre lang haben sich die Filmemacher mit dem VfB Oldenburg, seinen Anhängern und seiner identitätsstiftenden Funktion in der Stadt Oldenburg
auseinandergesetzt. Zahlreiche Menschen berichteten vor der Kamera von ihrer
persönlichen Verbundenheit zum bekanntesten Sportverein der Stadt.
Herausgekommen ist ein einmaliger Dokumentarfilm, der mit spannenden
Informationen und unterhaltsamen Anekdoten rund um die 120-jährige Geschichte des Vereins abgerundet wird

Film mit Gast: Und wir singen trotzdem. Ein dokumentarischer Versuch

Deutschland 1993

Ort: KinOLaden (Werkstattfilm, Wallstraße 24, 26122 Oldenburg)

Laufzeit: 83 Minuten

Regie: Fanprojekt Oldenburg im Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt in Zusammenarbeit mit der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Laufzeit: 83 Minuten

Anpfiff: 22:30 Uhr

Eintritt: 6/ 8 Euro

Die Idee zu dieser Dokumentation entstand Anfang der 1990er Jahre mit Beginn des Fanprojektes in Oldenburg. Im Frühjahr 1992 fand sich eine Gruppe Studierender der Carl von Ossietzky Universität, die sich mit dem Profifußball und der Fankultur auseinandersetzten, zusammen, um gemeinsam mit den Fans des VfB Oldenburg und dem Fanprojekt einen Film zu drehen. Es entstand eine Dokumention, die unter anderem die Atmosphäre im alten Donnerschweer Stadion, den Umzug ins Marschwegstadion und den VfB und seine Fans thematisiert. Vor allem letztere kommen hier zu Wort und werden bei ihren Aktivitäten wie Unterstützung der Mannschaft, Freundschaftsspielen, Turnieren, Auswärtsfahren und Dachverbandstreffen gezeigt. Aber auch die sogenannten Schattenseiten im Profifußball werden nicht ausgeklammert.

Im Anschluss an den Film sollen Bezüge zur Gegenwart hergestellt werden. Was hat sich nach fast 30 Jahren im Fußball verändert? Wo können Parallelen festgestellt werden?

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